Die intendierte Fragestellung war: "Wer düngt den Wald?" und sollte dann die Untersuchung der Laubstreu und ihrer Bodenorganismen anregen. Die Unterrichtsskizze dazu findet sich hier. Als gemeinsame Grundidee aller Varianten sollte die Gegenüberstellung eines Feldes auf dem gedüngt wird und eines Waldes, wo kein Landwirt düngt, die Überlegungen der Schüler auf dieses Problem lenken.
Die Einstiegsfolien A-F weisen einen zunehmend geringer werdenden Öffnungsgrad auf.
A) Die missverständliche Version
Diese Anordnung der Bilder hatte ich zuerst gewählt, weil der Übergang zwischen Feld und Wald so gut aussah. Durch den gemeinsamen Rahmen wurde der Eindruck der Zusammengehörigkeit weiter verstärkt. Dadurch ergeben sich (selbst mit Zusatztexten) Fragen, die in eine ganz andere Richtung gehen. Sie gehören alle in den Bereich Sukzession, etwa "Wie entsteht ein Wald?" Der Eindruck der Kontinuität ist hier kontraproduktiv.
B) Offener Einstieg
Besser geeignet ist folglich eine optische Trennung der beiden zu vergleichenden Landschaften. Bei der rein bildlichen Gegenüberstellung ohne Textanteile sind viele Assoziationen möglich, die Klasse wird daher verschiedene Fragen formulieren: "Was brauchen Pflanzen zum Wachsen?", "Was ist im Dünger?", "Ist das Düngen schädlich?", etc.
Auch hier wird vermutlich die Sukzession in den Blick genommen, aber durch das klar dargestellte Düngen im linken Bild ist zu erwarten, dass auch die Düngung des Waldes thematisiert wird.
C) Kontext durch schriftliche Informationen

Durch den Text am unteren Bildrand ist der Kontext vorgegeben, in dem der Vergleich stattfinden soll. Es geht offensichtlich um die Mineralstoffversorgung der Pflanzen. Durch die Anordnung des Textes auf der linken Seite entsteht unter dem Bild des Waldes die Leerstelle, die zur Frage führt.
D) Zusätzliche Fokussierung
Durch eine Umrandung wird die Leerstelle noch deutlicher. Offensichtlich fehlen hier Informationen, die durch Hypothesen gefüllt werden müssen. Es könnte abweichend von der Intention noch gefragt werden, ob auch die Pflanzen im Wald Mineralstoffe benötigen. Hier genügt aber ein Verweis auf die gegebene Information, die alle Pflanzen einschließt.
E) Weitere Verengung des Fokus

Bei dieser Version wird die Frage weiter verengt, es bleibt eigentlich nur noch die nach dem Mineralstofflieferanten, da die Information zu den Mineralstoffen sich durch die zentrierte Platzierung auf beide Abbildungen bezieht.
F) Die Holzhammer-Methode

Diese Variante nenne ich die Holzhammer-Methode, bei der die Schüler beinahe mit Hinweisen erschlagen werden. Pfeile weisen auf das zu beobachtende Phänomen (Boden) hin und ein Fragezeichen macht unmissverständlich klar, dass irgendetwas fragwürdig ist.
Wie man schon an der Benennung sehen kann, mag ich diesen Grad der Verengung nicht. Die Fragwürdigkeit sollte sich aus dem Material ergeben und nicht aus einem Fragezeichen.